Martin Lee

a.k.a. Park San-Yong
a.k.a. Bin-Jip

Persönliche Daten

Geboren:
2.4.2041 in Busan, Korea

Eltern:
Vater Suck-Gong
Mutter Yang-Shim

Geschwister: Bruder Jae-Yong (*2037, + 2061)
Schwester He-Yong (* 2044)

Ausbildung: 2046-2052 Busan Elementary School
2052-2061 Ban Ki-Moon Community College
2061-2063 Wehrdienst

Hobbies:
Taek Won Do, Konfuzuianismus, Autos

Sprachen:
Koreanisch, Englisch, Japanisch

Aussehen:
1,80m, 90kg, sportlich durchtrainiert, schwarze kurze Haare, seitlich einrasiert und oben blondiert, Kinn- und Oberlippenbart

Kindheit und Jugend

Die Familie Park war eine Fischerfamilie mit eigenem Trawler und einem kleinen Fischgeschäft am Hafen von Busan an der südlichen Spitze Koreas. Während der Vater den Unterhalt der Familie bestritt, kümmerte sich die Mutter um die drei Kinder, welche alle einmal zur Uni gehen sollten. Der junge San-Yong besuchte, wie sein Bruder vor ihm, die Pusan Elementary School und später das Ban Ki-Moon Community College. Um ihr kleines privates Glück nicht zu gefährden, mischte sich der Vater nie in die Belange der japanischen Besatzer ein, sondern belieferte sogar die Marine-Garnison von Pusan mit Fisch und Meeresfrüchten. Obwohl es ihm bei den anderen Fischern keine Freunde einbrachte, war dies die einzige Möglichkeit, seinen Kindern eine vielversprechende Zukunft aufzubauen. Sowohl Jae-Yong als auch San-Yong traten der unter japanischer Kontrolle stehenden südkoreanischen Armee bei, in der Hoffnung, auf diese Weise ein Stipendium zu erhalten. Während der 4 Jahre ältere Jae-Yong seinen Dienst bei der Marine verbrachte und nach Erlangen seines Offizierspatentes ausschied um auf dem Trawler der Parks den Vater zu unterstützen, musste sich San-Yong, auch wegen seiner schlechten Noten, mit einem Posten bei der Wachtruppe begnügen. Diesen trat er im Frühjahr 2061 als Rekrut Park an.

Schicksale

Und genau in diesem Jahr sollte auch das Schicksal den Weg von San-Yong ein für allemal verändern. Es war Mitte Oktober, als der Trawler von einem Turn zu den Krabbengründen bei Jeju nicht mehr heimkommen sollte. Denn in diesem Monat suchten nach den Beben in Japan und auf den Philipinen eine ganze Reihe von Tsunamis die koreanische Ostküste heim. Noch während des großagelegten Rettungseinsatzes der Armee, an dem auch San-Yongs Einheit beteiligt war, erfuhr der zu diesem Zeitpunkt 20-jährige vom Schicksal seines Vaters und Bruders. Jedoch ergab sich für ihn erst im November die Gelegenheit auf einem Truppenurlaub nach Hause nach Busan zu fahren und seiner Mutter und Schwester Trost zu spenden. Zutiefst erschüttert durch den Verlust erlitt Frau Park noch im Jahr 2061 mehrere Schwächeanfälle und erholte sich auch nicht mehr davon. Im Frühling 2062 stand San-Yong also nicht nur neben den leeren Grabstätten seines Vaters und Bruders, sondern trauerte auch um seine liebe Mutter.

Nach dem Verlust des Trawlers und immer noch unbeliebt bei den anderen Fischern entschied er sich, sich in eine andere Einheit versetzen zu lassen und zusammen mit seiner Schwester nach Incheon an die koreanische Westküste zu Verwandten zu ziehen. Der Rückzug der japanischen Truppen 2062 hinterließ ein Machtvakuum, welches die kleine und schlechtausgerüstete Armee und Polizei nicht füllen konnte.

Überleben

So fasste San-Yong den Entschluss, nicht wie ursprünglich geplant nach seinem Wehrdienst Berufssoldat zu werden, sondern verließ die Truppe 2063 mit dem Rang eines Sergeants. Um in diesen schweren Zeiten überleben und seiner Schwester ihr Studium im nahen Seoul ermöglichen zu können, entschied sich San-Yong nach langem hin und her, seine als Soldat erlernten Fähigkeiten zu nutzen und fing an, für eine Organisation namens „Die Jadedrachen“ zu arbeiten. Nachdem er zwei Jahre die Drecksarbeit für verschiedene Unterbosse erledigen musste – also Botengänge, Schulden eintreiben etc. – kam seine große Chance im Jahre 2065.

Nachdem die Yakuza nun nicht mehr den Rückhalt der japanischen Militärregierung hatte, sondern auf sich alleine gestellt war, war es seit 2062 zu mehreren Auseinandersetzungen mit den Triaden und ihren koreansichen Ablegern gekommen. Was später als der „Mob-Krieg von Incheon“ bekannt werden sollte, begann recht unspektakulär mit der Vergiftung eines Yak-Spitzels in einer Sushibar. In ihrem Stolz verletzt schworen diese Rache an den Bossen der Jadedrachen. Diese fürchteten zu Recht um ihre Sicherheit; und so war es nur eine Frage der Zeit, bis San-Yong auf Grund seiner militärischen Ausbildung und Loyalität, vielleicht aber auch weil er durch seinen Militärdienst einiges über die Japaner wusste, von Boss Chan zu seinem persönlichen Bodyguard ernannt wurde.

Während der blutigen Bandenkriege sollten viele Bosse den Tod finden - auf beiden Seiten! Doch San-Yong verstand etwas von seinem Handwerk - in dieser Zeit erlangte er auch seine Kenntnisse über Sprengstoffe aller Art und wurde auf Kosten der Jadedrachen vercybert - und so überlebte Boss Chan jedes Attentat auf sein Leben. Während dieser Zeit erhielt San-Yong auch seinen Spitznamen „Bin-Jip“, dt. Eisen 3, als er seinen Boss einmal mit nichts anderem als einem Golfschläger verteidigte und ihm so das Leben rettete.

Schande

Bis zu jenem Tag im Sommer 2069… An diesem 18. Juli nahm sich San-Yong frei, um als einzig verbliebenes Familienmitglied an der Examensfeier seiner Schwester He-Yong teilzunehmen. Er war stolz auf seine fleißige kleine Schwester, hatte sie doch unter den wirklich schwierigen Umständen nicht nur ihr Studium zu Ende gebracht, sondern auch noch summa cum laude abgeschlossen.

Vielleicht war es Zufall, dass Boss Chan genau an diesem Donnerstag die Idee hatte, kurzfristig ein paar Bälle auf der Driving Range zu schlagen. Da er San-Yong seinen einzigen freien Tag seit Wochen nicht verderben wollte, entschied er sich, dass sein Fahrer Bodyguard genug wäre. Außerdem schien ja die Sonne – und was soll an so einem traumhaften Tag auch schon passieren, schließlich hatten ihn die Yaks schon seit Monaten in Ruhe gelassen.

“…Polizeiberichten zu Folge wurde die Leiche von Boss Chan abends von einem Greenkeeper des Incheon Country Golfclubs entdeckt. Der Körper lag von Kugeln zersiebt in einem Teich, von Fahrer und Limousine fehlt bisher jede Spur…“

All dies erfuhr San-Yong erst nach seiner Rückkehr am nächsten Morgen aus dem Trideo. In den Augen der Jadedrachen hatte er kläglich versagt! Noch während er starr auf die sich wiederholenden Bilder seines Trideos blickte, konnte er Reifen auf der Straße quietschen hören.

Flucht

Ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass sich die Triaden bei diesem Fehler nicht nur mit einem Finger abgeben würden; sonst wären sie sicher nicht eben zu zehnt durch die Haustür des Mietshauses gestürmt – mit gezogenen Waffen.

Wenn man ihn im Nachhinein zu seiner haarsträubenden Flucht befragen würde, so wird San-Yong vielleicht nicht einmal sagen können wie es ihm gelang, Incheon und später Korea lebendig zu verlassen. Auf der Flucht vor dem Mob besann er sich auf die Worte von Boss Chan: „Junge, wenn einmal alles zu heiß hier wird, dann haue ich ab nach Hong Kong, in dem Moloch findet mich niemand!“

Und so kam es, dass San-Yong schon wieder all das verließ, was er sich aufgebaut hatte und wieder in eine ungewisse Zukunft blicken musste. Doch diesmal konnte er seine Schwester nicht mitnehmen und ihr auch nicht einmal sagen, wohin er gehen würde. Abgebrannt und mit nur einigen Nuyen fand er sich nach einer abenteuerlichen Überfahrt auf einem Frachter in Kowloon, dem Hafenviertel von Hong Kong wieder. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten tat er nun das, was scheinbar allen Asiaten im Blut liegt: er kaufte sich einen alten Hyundai und verdiente sich seinen mickrigen Lebensunterhalt als Taxifahrer, immer von der Angst getrieben, eines Tages könnte doch der Mob vor seiner Tür stehen. Um darauf vorbereitet zu sein beschaffte sich San-Yong so schnell wie möglich ein paar Waffen und ein bisschen Ausrüstung – er würde zumindest nicht unvorbereitet sein!

Und so beginnt für einen jungen Flüchtling das Jahr 2070 ungewisser denn je…denn er weiß nichts über den Verbleib seiner Schwester, noch ob er überhaupt gesucht wird…

 
martin.txt · Zuletzt geändert: 2007/08/21 17:09 von wolfi
 
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